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Ein Schritt in die richtige Richtung

Drei Monate und drei gescheiterte Tarifrunden mussten ins Land ziehen, bis die Verhandlungen zwischen IG Metall und der Verhandlungsgemeinschaft Zeitarbeit bezüglich der Branchenzuschlagdebatte im Bereich Metall- und Elektroindustrien jetzt zu einem Ergebnis kamen. In der vierten Tarifrunde wurde nun beschlossen, dass ab dem 01 November 2012 (bis einschließlich 2017) folgendes System ansteigender Branchenzuschläge ab einer Arbeitseinsatzzeit von über sechs Wochen bis zu neun Monaten für einen Zeitarbeitnehmer im Kundenunternehmen gilt:

1. Stufe:  nach sechs Wochen:     Branchenzuschlag von 15 %

2. Stufe:  nach drei Monaten:       Branchenzuschlag von 20 %

3. Stufe:  nach fünf Monaten:       Branchenzuschlag von 30 %

4. Stufe:  nach sieben Monaten:  Branchenzuschlag von 45 %

5. Stufe:  nach neun Monaten      Branchenzuschlag von 50 %.

Die aus der Tabelle abzuleitenden Branchenzuschläge von 15 bis 50 % auf das Zeitarbeitstarifentgelt stehen definitiv für einen geebneten Weg zur Angleichung der Tarifentgelte in der Zeitarbeit, an die sehr hohen Branchentarife der Metallindustrie im Allgemeinen. Doch eine wie von der Bundesregierung vorausgesetzte Tarifeinigung zum Equal Pay ist hier noch nicht vollends erfüllt. Des Weiteren wäre die Frage, ob sich aktuell deutschlandweit alle Gewerkschaften (Grundvoraussetzung) bereiterklären würden hinsichtlich der Branchenzuschlagslösungen ebenso offen zu agieren, wie besagte in Metall- sowie Elektroindustrie.

Die Ergebnisse der Tarifverhandlungen implizieren jedoch nicht nur zusätzliche  Lohnerhöhungen für einen Facharbeiter zwischen 246 und 819 Euro mehr pro Monat, sondern versichern den Zeitarbeitnehmern auch „ alle Ansprüche aus betrieblichen Regelungen im Entleihbetrieb. Diese Vereinbarungen galten bislang lediglich zwischen Betriebsrat und Arbeitgeber.”