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Werkverträge und ihre Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt

Immer mehr Arbeitgeber versuchen durch den Einsatz von sogenannten Werkverträgen ihre Ausgaben im personellen Bereich zu senken. Der seit Anfang 2014 geltende Mindestlohn für die Zeitarbeitsbranche (8,50 Euro im Westen und 7,86 Euro im Osten) wird häufig durch dieses Verfahren unterlaufen, jedoch zum deutlichen Nachteil für die Arbeitnehmer.

Doch zunächst möchten wir allgemein erläutern was ein Werkvertrag beinhaltet. In erster Linie wird im Vergleich zur Arbeitnehmerüberlassung keine, über einen Verleiher angebotene Arbeitskraft an den Arbeitgeber entliehen, sondern eine vorher festgesetzte Dienstleistung muss erbracht werden. Somit schuldet der Verleiher dem Arbeitgeber die Erbringung einer konkreten Leistung und deren Erfolg und nicht nur die Bereitstellung eines geeigneten Mitarbeiters. Daher kann auch die Einstellung von Mitarbeitern mit einem Werkvertrag über die Einkaufsabteilung abgewickelt werden, denn im Vergleich zur Arbeitnehmerüberlassung muss weder die Personalabteilung noch der Betriebsrat der zeitweisen Beschäftigung zustimmen.

Doch diese Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt schadet letztlich allen Arbeitnehmern. Das sogenannte Lohndumping ist sowohl politisch als auch gesellschaftlich wieder in aller Munde. Denn durch eben diese Werkverträge wird der eigentlich zum Schutz der Arbeitnehmer eingeführte Mindestlohn, ebenso wie die Tarifverträge umgangen. Somit haben nun auch Arbeitnehmer der Stammbelegschaft ein Problem damit ihre Lohnansprüche geltend zu machen, denn die Unternehmensführung kann Mitarbeiter innerhalb eines Werkvertrages wesentlich geringer auszahlen und entlohnen. Viele Mitarbeiter fürchten um ihre vollwertigen Arbeitsplätze und haben Angst davor, durch Werkvertragsmitarbeiterersetzt zu werden. Gesamt gesehen führt dies also dazu, dass Arbeitnehmer in vielen Bereichen schlechter bezahlt werden. Viele qualifizierte Kräfte werden durch preisgünstigeres Personal ersetzt und die allgemeine Situation am Arbeitsmarkt leidet darunter.

Wir als Personaldienstleister sind darauf bedacht geleistete Arbeit tarifvertraglich zu entlohnen und sprechen uns deutlich gegen das aufkommende Lohndumping aus. Die Position unserer Branche leidet natürlich auch unter den Werkverträgen. Viele lassen außer Acht, dass unsere externen Mitarbeiter hart arbeiten und nach Tarifvertrag oder dem „equal-pay-Prinzip“ entlohnt werden. Selbstverständlich ist für uns eine gute Zusammenarbeit zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer wichtig, doch muss unserer Meinung nach gewährleistet sein, dass keiner der beiden Parteien finanziell benachteiligt ist.

Anna Rathey